Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik (Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt)

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Über den Lehrstuhl

Der Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik wurde im Wintersemester 2009/10 eingerichtet. In seinem thematischen und zugleich interdisziplinären Zuschnitt (zwischen Politischer Wissenschaft, Philosophie, Rechtswissenschaft, Geschichte und weiteren Disziplinen) ist er in Deutschland einmalig. In Lehrveranstaltungen, Publikationen und Forschungsprojekten wird eine Vielzahl von Themen bearbeitet, die gleichermaßen einem angemessenen theoretischen Verständnis sowie der Analyse von Umsetzungsprozessen der Menschenrechte dienen.

Besondere Themenschwerpunkte des Lehrstuhls sind Religions- und Weltanschauungsfreiheit, soziale Menschenrechte, feministische-kritische Theorie und Menschenrechte. Des weiteren umfasst das Themenspektrum unter anderem: das Verhältnis von menschenrechtlichem Universalismus und dem Pluralismus von Kulturen; die Würde des Menschen als Grund der Menschenrechte; Voraussetzungen eines wirksamen Diskriminierungsschutzes; unterschiedliche Erscheinungsformen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit; Menschenrechtsbildung; unterschiedliche regionale Ausprägungen des Menschenrechtsansatzes und seiner institutionellen Umsetzung; infrastrukturelle Entwicklungen des Menschenrechtsschutzes auf globaler und regionaler Ebene; Menschenrechte im innerislamischen Diskurs; Menschenrechte in Lateinamerika; die UN-Behindertenrechtskonvention und ihre Umsetzung; Menschenrechte und Integrationspolitik; Erinnerung und Menschenrechte.

Seit der Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt im August 2010 die Funktion des UN-Sonderberichterstatters für Religions- und Weltanschauungsfreiheit übernommen hat,  kommt diesem Themenfeld eine herausragende Rolle vor allem auch für die internationale Sichtbarkeit des Lehrstuhls zu. Das Amt des UN-Sonderberichterstatters umfasst unterschiedliche Arbeitsebenen und -bereiche, wie diplomatische Initiativen in Einzelfällen, länderbezogene „Fact-Finding Missions“ (mit anschließender ausführlicher Berichterstattung im UN-Menschenrechtsrat), thematische Berichte, regelmäßige Präsenz in entscheidenden Gremien der Vereinten Nationen sowie internationale Konferenzen.

Der Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik ist intensiv vernetzt mit zivilgesellschaftlichen Organisationen im In- und Ausland, z.B. dem Forum Menschenrechte und seinen über 50 Mitgliedsorganisationen. Es bestehen außerdem zahlreiche Kontakte zu staatlichen Institutionen des Menschenrechtsschutzes sowie zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit entsprechenden thematischen Schwerpunkten. Durch die Arbeit der UN-Sonderberichterstattung zu Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist der Kontakt zum UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (in Genf) besonders eng und regelmäßig. Zudem steht der Lehrstuhlinhaber durch die UN-Funktion in Kontakt mit Regierungen, insbesondere den Außenministerien, in zahlreichen Staaten der Welt.

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